Ich schreibe diese Zeilen im Frühjahr 2008. Der Rohölpreis erklimmt täglich neue historische Höchststände, Kupferdiebstahl ist zum Massendelikt geworden, und beim Klimawandel streiten sich die Wissenschaftler hauptsächlich darüber, ob nur die weltweiten Fischbestände zusammenbrechen oder gleich ganz Europa zur Wüste wird und die Überlebenden der Katastrophe nördlich des Polarkreises neue Siedlungsgründe finden werden. Die Aussichten sind, gelinde gesagt, nicht erfreulich.
Angesichts zunehmender Rohstofferschöpfung und drohender Klimakapriolen kann man den Zustand der 1992 in Rio initiierten weltweiten Bewegung für eine nachhaltige Entwicklung nur als Katastrophe bezeichnen. Die „Lokale Agenda 21“-Initiativen dümpeln vor sich hin oder sind bereits sanft entschlafen, der ganze Komplex aus UNO-Konferenzen, wohlklingenden Absichtserklärungen von Regierungen oder Verwaltungsbehörden und gutgemeinten Vor-Ort-Aktionen hat sich als mehr oder weniger wirkungslos erwiesen. Gegenwärtig wird nicht am berühmten „Umbau der Industriegesellschaft“ gearbeitet, sondern an Plänen für neue Kohle- oder Kernkraftwerke, und der bereits eingetretene Mangel an Erdöl soll dadurch behoben werden, dass man im Norden Kanadas mit enormen Folgeschäden für Mensch und Natur Ölsande zu Treibstoff verarbeitet. Die Wachstumsideologie herrscht so unangefochten wie eh und je.
In dieser Situation tut es gut, frischen Wind zu spüren, der aus Großbritannien kommt.



